Sanierung Wohn- und Geschäftshäuser Bärenplatz Bern

Beleuchtungsplanung für die Treppenhäuser und Wohnungen der Wohn- und Geschäftshäuser Bärenplatz 9/11/27, Bern

Sanierung Wohn- und Geschäftshäuser Bärenplatz 9/11/27 Bern

Die ab Mitte des 16. Jahrhunderts erbauten Gebäude auf dem Bärenplatz erfuhren im 19. und 20. Jahrhundert grosse bauliche Veränderungen. Das Haus am Bärenplatz 9 wurde gar 1930–1933 durch Architekt Franz Trachsel im Stile einer integrativen Moderne neu erstellt. Es zeichnet sich durch seine rational gerasterte Fassade mit den blau-grün gestrichenen Fenstern aus. Die Häuser am Bärenplatz 11 und 27 stammen in ihrer Kernsubstanz aus dem 16. Jahrhundert. Ihre Fassadengestaltung zum Bärenplatz ist das Ergebnis ihrer architektonischen Zusammenlegung, die durch die Architekten Otto Lutsdorf und Ludwig Mathys von 1922 bis 1923 vorgenommen worden ist. Dies lässt sich anhand der Höhenangleichung der Kranzgesimse und an der einheitlichen Heimatstilbemalung ablesen.

Die gut belegte Baugeschichte der drei Liegenschaften lässt sich auch in ihrer Innenausstattung nachvollziehen. Bauhistorische und stratigrafische Untersuchungen förderten bemerkenswerte Befunde zutage. Besonders hervorzuheben ist der Fund des sogenannten «Stammbaumzimmers» im Gebäude Bärenplatz 27. Der Raum mit der wandfüllenden Malerei eines Familienstammbaums verrät viel über die Personen, die vor über 300 Jahren hier gewohnt haben.

Die denkmalgerechte Sanierung der drei Liegenschaften mit mehreren hundert Zimmern setzte eine systematische Bauuntersuchung und eine intensive Vorplanung voraus. Die Architekt*innen haben im Austausch mit der Denkmalpflege ein zustands- und objektgebundenes Vorgehenskonzept ausgearbeitet. Der teilweise vernachlässigte Zustand, insbesondere der Liegenschaft Bärenplatz 11, bedingte aber auch in der Ausführungsphase grosse Anstrengungen. Dank der sorgfältigen Sanierung konnten die wertvollen Zeitzeugnisse für die Nachwelt gesichert werden.

Auch die Beleuchtungsplanung reagierte differenziert auf die vielschichtige Bausubstanz und die jeweiligen Raumcharaktere. Für jede der drei Liegenschaften wurde eine eigene Lichtstrategie entwickelt, die sowohl die historische Dimension als auch die heutigen Anforderungen berücksichtigt.

Auftraggeberin: Spörri Graf Partner Architekten für PSP Swiss Property
Projektentwicklung und Gesamtplanung: Spörri Graf Partner Architekten
Fotografie: Damian Poffet

 

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Auszeichnung

Dr. Jost Hartmann Preis 2024

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