Umbau und Sanierung Villa Rosenau, Langnau BE

Farbgestaltung, Beleuchtungsplanung, Textilgestaltung, Teilmöblierung

Umbau und Sanierung Villa Rosenau, Langnau BE

ROSEN_NOW

Die Villa Rosenau ist kein museales Objekt, sondern ein lebendiges Gefüge aus Zeit, Haltung und Weiterentwicklung. Ausgangspunkt ist ihr Baujahr 1929, die Schwelle zwischen Tradition und Moderne. 

Der Wunsch der Bauherrschaft so viel wie möglich zu erhalten und ihre Freude an der historischen Substanz, insbesondere auch am Garten, der wie vor knapp 100 Jahren erlebt werden soll, bilden eine zentrale Grundlage des Projekts. Es geht nicht um Neuerfindung, sondern um Sorgfalt im Umgang mit dem Bestehenden und die Frage, wie dessen Qualitäten in die Gegenwart übersetzt werden können. Im Zentrum stand die Gleichzeitigkeit, die das Haus aus seiner Entstehungszeit von 1929 bereits mitbringt: zwischen überlieferter Wohnkultur und dem Aufbruch in die Moderne, zwischen Atmosphäre und Funktion, Ornament und Klarheit. Diese Gegensätze werden nicht aufgelöst, sondern zum Ausgangspunkt des Weiterdenkens. Die Leitidee war deshalb nie, etwas über das Haus zu legen, sondern das Vorhandene zu lesen, zu präzisieren und weiterzuentwickeln. Aus dieser Haltung entstand der Gedanke des «Missing Link»: jenes Bindeglieds, das Räume zusammenführt und ihnen Kohärenz verleiht.

In der Villa Rosenau findet es seine übergeordnete Form in der Tricolore. Sie ist eine grafische Setzung mit Farbe: Drei Farbtöne begleiten den Übergang zwischen Wand und Decke und ziehen sich als feine, wiederkehrende Linie durch das Haus.

Die Farbwelt folgt derselben Logik. Historisch anschlussfähige Grünnuancen, gebrochene Steinfarben, warme Neutraltöne und leichte Rosétöne bilden ein Farbklima, das im Bestand verankert ist. Die vorhandenen Farben werden dabei nicht rekonstruiert, sondern aufgefrischt und neu kalibriert. So bleibt ihre Herkunft lesbar, ohne historisierend zu wirken. Auch die Tapeten sind Teil dieses Systems: sie kleiden ausgewählte Räume und verleihen ihnen eine eigene atmosphärische Dichte. Dabei knüpfen sie an die Raumkultur von 1929 an und führen sie in die Gegenwart. 

Die Lichtgestaltung führt diesen Gedanken weiter. Die Auswahl der Leuchten bewegt sich bewusst zwischen historischem Bezug und zeitgenössischer Präzision. Die Beleuchtung In den Bädern greift eine Formensprache auf, die sich selbstverständlich in die Zeitlichkeit des Hauses einfügt und dessen historische Linie weiterführt. Den zeitgenössischen Schwerpunkt bilden Leuchten von Michael Anastassiades. Sie übernehmen in der Lichtgestaltung unterschiedliche Rollen, von der Grundbeleuchtung bis zum solitären Lichtobjekt. Seine Entwürfe verbinden formale Klarheit mit einer poetischen, archetypischen Qualität; das polierte Messing verleiht ihnen Wärme und eine wunderbar schmuckhafte Präsenz. Bestehende Occhio-Leuchten wurden im neu ausgebauten Untergeschoss weiterverwendet und ergänzt. Hier darf das Licht deutlich gegenwärtiger auftreten. 

Architektur: Umbra Architekten
Planung: 2023-2024
Ausführung: 2024-2026
Denkmalpflege: Schützenswert
Fotografie: Architekturfotografie Alexander Gempler

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Sanierung Villa Rosenau
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Sanierung Villa Rosenau
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TRICOLORE

Die Tricolore ist eine grafische Setzung mit Farbe: Drei Farbtöne begleiten den Übergang zwischen Wand- und Deckefarbe und zieht sich als feine, wiederkehrende Linie durch das Haus.

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